Es soll einfach nicht sein!

SG Muggensturm/Kuppenheim – SV Allensbach II  27:26 (15:14)

Das erlebt man als Trainer auch eher selten. Gleich vier Spielerinnen mussten am Spieltag gesundheitsbedingt kurzfristig passen, so dass der derzeit eh  sehr dünne Kader der Frauen II auf sechs, sieben Feldspieler und eine Torhüterin zusammenschrumpfte. Dank der spontanen Zusage von Jana Koch und Michelle Zöllner aus der A-Jugend des SVA konnte sich der Tross zumindest mit acht Feldspielerinnen und zwei Torhüterinnen auf den langen Weg nach Muggensturm machen.

Was dann über 60 Minuten stattfand, war ein exaktes Spiegelbild der ersten drei bislang gezeigten Saisonspiele der Frauen II. Aufopferungsvoll kämpfende „Reserve-Hühner“ vom See gegen eine volle Bank des Gegners, unter anderem gespickt mit einer ehemaligen Zweitligaspielerin und zwei – drei anderen routinierten und cleveren Handballerinnen. Das Spiel wogte nahezu über die gesamte  Zeit  hin- und her. Gelang es den Mädels des SVA zu Beginn der ersten und zweiten Halbzeit jeweils einen zwei, bzw. drei Tore Vorsprung herauszuspielen, konterte Muggensturm um Desiree Kolasinac immer wieder mit (zu) einfach erzielten Toren aus dem Rückraum. Alleine sie und ihre Partnerin im rechten Rückraum, Kerstin Merkel, erzielten 11 der 27 Muggensturmer Tore. Am Ende reichte es mal wieder nicht für den ersten Punktgewinn und die beiden Trainer mussten zum ersten Mal in dieser Saison ihre zutiefst frustrierten Spielerinnen wieder aufrichten.

„Es ist zum Mäuse melken diese Saison, wir haben die Seuche an den Händen“, so ein sichtlich genervter Trainer Rainer Leenen. „Wenn wir glauben, wir haben mal die Chance auf ein Spiel mit einem zumindest halbwegs kompletten Kader, haut uns eine Magen-/Darminfektion dazwischen und zerstört alles, was wir uns vorgenommen hatten. Die Mannschaft wollte den Sieg bei den bislang ebenfalls ohne Punkte dastehenden Mädels aus Muggensturm so sehr und dann so was. Es ist schwer, dass zu verdauen!“

Trainerin Babsi Harter weiter „wir können und werden denen, die gespielt haben, keinen Vorwurf machen. Alle reißen sich ein Bein aus für die Mannschaft und den Verein. Aber dass sich mit konditioneller Ermüdung in einem sehr kräftezehrenden Spiel auch technische Fehler einschleichen, ist vollkommen normal. Wir können unseren Spielerinnen eben derzeit keine Pause gönnen im Spiel. Alle die da sind, müssen mehr oder minder durchspielen. Und auf der anderen Seite stehen gefühlt immer frische Mädels auf dem Platz. Das ist schwer zu akzeptieren und für unsere Mädels noch schwerer zu verdauen.“

Beide Trainer sind sich aber in ihrem Urteil sicher, dass der Knoten irgendwann platzen wird. Soviel Pech kann eine Mannschaft nicht über die ganze Saison haben. Abteilungsleiter Christian Heinstadt „selbstverständlich sind wir beim Blick auf die Tabelle derzeit nicht gerade  glücklich. 0:8 Punkte nach vier Spieltagen sind ein Pfund, mit dem man erst einmal umgehen muss. Aber es sind noch 44 Punkte zu vergeben und sowohl Mannschaft als auch die Trainer genießen das uneingeschränkte Vertrauen der Verantwortlichen des SVA. Vom Abstiegsgespenst spricht hier niemand. Wenn denn kommenden Sonntag hoffentlich endlich einmal der (fast) komplette Kader auf der Platte steht, sehen wir ein anderes Spiel. Es wäre den Mädels und den beiden Trainern so zu gönnen. Sie arbeiten toll und zeigen tolle Leistungen. Leider wird das derzeit nicht belohnt“.

Es spielten:

Gruber, Zöllner (Tor)

Heinstadt (1), Wollny (2), Maier (4/1), Dzialoszynski (5), Leenen (3), Koch (1), Epple (7), Kayser (3)