SVA II im Gespräch mit den Torhütern

 

Man sagt ja den Torhütern nach, dass sie alle ein wenig „meschugge“ wären, denn freiwillig steht man nicht da hinten rein. Ich wäre jedenfalls früher vor meinen eigenen Bällen davon gelaufen. Wie siehst Du das?

Elisa: (grinst) Ja, ich glaube schon, dass das so ist.

Jule: Also ich bekomme lieber den Ball ab, als dass ich mir vom Kreisläufer ein Tor einfange.

Co: Also ich wollte früher einfach nicht so viel rennen, deshalb bin ich ins Tor gegangen! (Großes Gelächter in der Runde)

Man, man, man, lass das bloß Deine Trainer nicht hören  🙂

 

Du wirst bei Abwehrversuchen des Öfteren am Kopf getroffen, da muss man wohl sehr hart gegen sich selber sein, oder?

Elisa: Ja schon, aber das passiert auf Grund der immer größer werdenden Routine der Mannschaft immer weniger.

Jule: Ich finde es nicht so schlimm wenn das mal vorkommt so lange sich die Spielerin für den Kopftreffer entschuldigt. Nur wenn nicht, dann bringt mich das ganz schön auf die Palme.

Co: (grinst) also da sag ich jetzt nichts mehr weiter dazu…

 

Die Saison ist jetzt sechs Spieltage alt. Was sind Deine ersten Eindrücke?

Elisa: Also ich bin positiv überrascht, dass wir so gut dastehen, sprich so gut mithalten können und bereits vier Spiele gewonnen haben.

Jule: Also im Prinzip ist es genau so wie ich mir das vorgestellt habe. Dass wir am Anfang nicht so konstant waren, war mir klar da wir eine sehr junge Mannschaft sind, aber ich bin mir sicher, dass wir da noch ganz schön kräftig mitmischen und für die eine oder andere positive Überraschung sorgen werden.

Co: Hmh ja, da stimme ich Jule voll zu, aber ich finde, dass unsere Abwehr eben  „Mega geil“ ist, auch wenn da immer mal wieder kleine „Hänger“ vorkommen. 60 Minuten perfekte Abwehr, das geht einfach (noch) nicht. Wenn wir es  schaffen unsere Abwehrleistung auf den Angriff zu übertragen dann wird das schon.

 

Was „wurmt“ Dich am meisten wenn Du da hinten die letzte Instanz bist und „ausbaden“ sollst, was die Abwehr nicht verhindern konnte? (Alle drängeln sich vor…)

Co: Am meisten wurmt mich, wenn ich den Ball abwehren konnte und der Ball wieder beim Gegner landet weil die Abwehr einen Moment nicht aufgepasst hat, den dann wieder aufs Tor bekomme und den dann nicht halten kann. Oder wenn die Abwehr nicht wenigstens versucht einen Tempogegenstoß des Gegners zu verhindern. Dabei wäre es durchaus sinnvoll, wenn die Abwehrspieler nicht nur auf die Gegnerin achten sondern eben auch wo der Ball hinkommt. Da könnte bestimmt der eine oder andere Ball abgefangen werden.

Jule: Also ich stimme da der Co voll und ganz zu. Unsere Mitspielerinnen vergessen leider manchmal, dass der Ball führende das Tor macht und daher sollte sich die Abwehr auch um diesen „kümmern“.

Elisa: (grinst) also ich bin mit dem gesagten voll und ganz einverstanden!  🙂

 

 

Bist Du Selbstkritisch genug um Dir zu sagen „das war meiner“?

(wie aus der Pistole geschossen alle drei)           Ja, das ist definitiv so!

 

Wo siehst Du Lösungsansätze um das Zusammenspiel Abwehr <-> Torhüter zu verbessern (wenn das überhaupt noch geht…  🙂  )

(jetzt knobeln sie wer anfangen „darf“) Die Co drängelt sich vor…

Im Block! Die Abwehr steht oft noch viel zu sehr auf dem „Mann“ anstatt auf dem „Arm“ und schaut auch nicht ob der Arm des Schützen oben ist oder ob ein Schlagwurf kommt, auch steht die Abwehr meist mit den Armen „breit“ anstatt Arme „oben“, das vor allem, wenn Zeitspiel angesagt ist. Ich brauche den „Block“, da ich nicht alle Torecken alleine abdecken kann.

Jule: Also ich denke, dass wir noch viel mehr miteinander kommunizieren müssen. Ich habe manchmal das Gefühl, dass das bei unseren „jungen“ noch ein bisschen untergeht, dabei halte ich das für außerordentlich wichtig. Aber ich glaube, dass wir da auf einem guten Weg sind.

Elisa: (grinst) Also da schließe ich mich doch einfach der Rede meiner Kolleginnen an  🙂

 

Wie würdest Du Dich beschreiben? Stoiker, Zappelphillip, Heißsporn, Motivator?

Elisa: Hmh, ja, also ich denke am ehesten trifft „Zappelphillip“ auf mich zu.

Jule: Motivator! Egal wie es bei mir läuft, ich versuche immer meine Vorderleute zu motivieren. Je nachdem wie das Spiel läuft kann ich aber durchaus auch mal auf „200“ sein, das wird man dann als Zuschauer auch hören.

Co: Also ich denke, dass ich auch eher Motivator bin, die aber auch mal das Tempo herausnimmt, versucht die Mitspielerinnen dahingehend zu motivieren, im Angriff keine Hektik aufkommen zu lassen und die Abwehr wieder zu konzentrierter Arbeit „überredet“.  🙂

 

Kannst Du mit Kritik umgehen? Wie verarbeitest Du die?

Elisa: Also ich denke schon, dass ich mit Kritik umgehen kann. Aus Kritik kann man  lernen sich zu verbessern, vor allem versuche ich das gesagte  umzusetzen, nicht nur im Training, sondern auch im Spiel.

Jule: Ja! Kritik ist sehr wichtig vor allem um sich weiterentwickeln zu können. In dem Moment wo man kritisiert wird ist das sicher nicht sehr angenehm, aber wenn man dann mal in Ruhe darüber nachdenkt, dann stellt man fest, dass die Kritik meist berechtigt ist und kann daraus lernen.

Co: Ja, das sehe ich auch so. Mir ist es, da ich sehr selbstkritisch bin, auch wichtig nicht nur Kritik aus der Mannschaft zu erhalten, sondern eventuell mal auch aus dem Publikum. Oder ich frag den Andy… (halt, das gilt nicht, der ist befangen, das ist ja Dein Mann  🙂  ) …meine Mitspielerinnen wollen mich naturgemäß auch nicht heftig kritisieren, tja und die Trainer halten sich damit auch meist zurück. Deshalb versuche ich öfter von „Außen“ Kritik zu erhalten, was aber nicht heißt, dass ich nur schlechte oder gute Kritik erhalten möchte….

 

Jetzt wünsche ich Euch eine Verletzungsfreie und vor allem Erfolgreiche Saison und, vor allem nie unterkriegen lassen!  🙂  Vielen Dank!