Auch Heiningen keine Reise wert

TSV Heiningen – SV Allensbach II 26:23 (12:8)

Wenn es nicht läuft, dann läuft es nicht…. Nach dem Erfolg im letzten Heimspiel muss unsere Zweite eine weitere bittere Niederlage hinnehmen.

Das es beim starken Aufsteiger in Heiningen kein Zuckerschlecken werden würde, war allen Beteiligten von Beginn an klar. Gespickt mit individuell starken und technisch guten Einzelspielerinnen, ist die Mannschaft aus der Nähe von Göppingen auch mannschaftlich eine homogene und äußerst schnelle Truppe.

Allensbach begann mit der gewohnten 3:2:1 Abwehrformation. Leider bekam diese aber am gestrigen Samstag insbesondere die wurfstarke Rückraumlinke aus Heiningen, Nadine Hofmann überhaupt nicht in den Griff. Somit war das Alllensbacher Trainergespann früh gezwungen auf eine 6:0 abwehr umzustellen, was aber leider auch nicht den gewünschten Erfolg brachte. Trotz allem ging man “nur” mit einem vier Tore Rückstand in die Halbzeit und selbst dieser hätte knapper ausfallen können, wenn man die eigenen, zum Teil gut herausgespielten Chancen, nur konsequent genutzt hatte.

Leider schienen aber die Motivation, Einstellung, die Bereitschaft sich gegenseitig zu unterstützen, Körpersprache und Mimik allesamt in der Kabine geblieben zu sein, währenddessen die Mannschaft zurück auf den Platz schlappte. Was sich nach Wiederanpfiff bis zur 41. Minute ereignete, glich einer öffentlichen Demontage. Angetrieben von lautstarken Zuschauern spielte Heiningen seine komplette Überlegenheit aus und zog auf 19:10 uneinholbar davon. Allensbach zerfiel in seine Einzelteile und nichts von dem, was die Mannschaft von Babsi Harter und Rainer Leenen noch in der Aufstiegssaison 2016/17 ausgezeichnet hat, war noch zu sehen.

Leider besannen sich die Reserve-Hühner erst nach einer deutlichen Ansprache des Trainerduos in einer Auszeit wieder ihrer Fähigkeiten und es folgte ein fulminanter 12:4 Lauf zum Zwischenstand von 23:22, Ballbesitz SVA. Leider wurde die schön herausgespielte Chance vergeben und im Gegenzug erhöhte Heiningen durch Pia Klages auf 24:22, was 4 Minuten vor Ende eine kleine Vorentscheidung war. Der SVA hatte seine Körner aufgebraucht, die Aufholjagd war einfach zu kräftezehrend. Auch eine offensive Abwehr brachte in den letzten 2 Minuten keinen Erfolg mehr, so dass sich die Mannschaft im sechsten Spiel zum fünften Mal – gestern allerdings mehr als verdient – geschlagen geben musste.

Trainer Rainer Leenen ” Leider wissen nicht alle in der Mannschaft, um was es geht und was die Uhr geschlagen hat. Wer nach dem heutigen Spiel – im übrigen die zweite Niederlage im zweiten Spiel gegen einen Aufsteiger – nicht begriffen hat, dass es diese Saison um nichts anderes wie den Klassenerhalt geht, der muss sich fragen lassen, ob die Oberliga die richtige Liga ist. Meine Trainerkollegin und ich werden ab sofort keine Nebengeräusche, keine Entschuldigungen mehr akzeptieren. Wer mitspielen und kämpfen will ist herzlich eingeladen. Wer sich lieber mit sich selbst befasst, darf sich gerne Gedanken machen.”

Babsi Harter weiter “das Verhalten zwischen der 30. und 41. Minute grenzt phasenweise an Arbeitsverweigerung. Es reicht in der Oberliga leider nicht aus, wenn sich drei bis vier Spielerinnen bemühen bis zum umfallen und der Rest mit ausdruckslosem Gesicht zuschaut. Das gilt für alle, auch die auf der Bank. Auch dort kann man am Spiel teilnehmen oder es zur Kenntnis nehmen. Es genügt uns beiden auch nicht mehr zu sagen -Kopf hoch, nächste Woche wird’s besser- oder uns an der sicherlich fulminanten Aufholjagd zu berauschen. Verloren ist verloren und der Blick auf die Tabelle spricht Bände!”

Kommenden Samstag bekommt es die Reserve des SVA mit dem ebenfalls starken Aufsteiger der HSG Strohgäu zu tun. Gelegenheit zur Wiedergutmachung wäre also möglich und dringend geboten, will man nicht schon zur Winterpause mehr oder minder abgeschlagen das Tabellenende zieren.

Es spielten:

Jule Gruber, Elisa Singler; (Tor)

Katja Allgaier (1), Jule Wollny, Johanna Leenen (3), Lisa Maier (8/2), Lucy Dzialoszynski (4), Jasmin Moll (2), Sabrina Schmidt, Laura Epple, Laura Kayser (5/3).