Heiningen keine Reise Wert

TSV Heiningen – SVAllensbach II 29:17 (12:8)

Schade, schade, dass ein Handballspiel länger als 45 Minuten dauert. Weil, wenn man das Spiel der Drittligareserve des SVA auf die Zeit ab der 5. Minute bis zur 49. Minute beschränkt, haben die jungen Hühner beim Favoriten relativ gut mitgehalten. Doch eins nach dem andern.

Ohne Laura Kayser nach ihrer Kopfverletzung und ohne Julia Scharff, die kurz vor Spielbeginn wegen Übelkeit passen musste, verschliefen die Mädels des Trainerteams Spiegel/Leenen, leider zum wiederholten Mal, den Spielbeginn. So sah sich die Allensbacher Bank beim Spielstand von 0:4 nach knapp 5 Minuten Spielzeit bereits zur ersten Auszeit gezwungen. Beim 12:4 in der 23. Minute dann die zweite Auszeit des Allensbacher Trainerteams, es drohte ein Debakel. Es war nicht die Abwehrleistung im gebundenen Spiel. Nein, vielmehr nahm man sich mit einer unzulänglichen Angriffsleistung jegliche Chance. Wiederum eine Vielzahl an technischen Fehlern, weggeworfene Bälle, die leichte Beute der beiden guten Torhüterinnen des TSV wurden, luden die Heininger Spielerinnen förmlich zu einfachen Toren über die erste und zweite Welle ein. Dazu ein Rückzugsverhalten gegen die erste Welle der Gegner, die auch nicht gerade dazu angetan war, das Zwischenergebnis erträglich zu halten.

Aber, und das muss man  der sehr jungen Mannschaft hoch anrechnen, nach der zweiten Auszeit und der deutlichen Ansprache beider Trainer, berappelte man sich und trat endlich auch mal als Mannschaft auf. Heiningen kam nicht mehr zu den einfachen Toren und im gebundenen Angriff zwang man die individuell deutlich besseren Heininger immer wieder ins Zeitspiel, bzw. zu einfachen Ballverlusten. Es geht also, wenn der Kopf mitspielt. Lob dieser Anstrengung war ein 8:11 „Lauf“ aus Sicht des SVA bis zur 49. Minute und zumindest mal das Bewusstsein, nicht chancenlos zu sein. Danach dann, siehe oben, die bittere Festellung, dass ein Handballspiel doch 60 und keine 45 Minuten dauert. Ein 9:2 in den letzten 11 Minuten des Spiels, wiederum nahezu ausschließlich durch eigene Unzulänglichkeiten verursacht, schraubten das Ergebnis wieder in Richtung „Klatsche“. Mit 12 Toren Unterschied beendete man die Auswärtsfahrt  nach Heiningen und die Erkenntnis, dass 17 eigene Tore in der Oberliga leider in keinem Spiel reichen werden. Bezeichnend für die schwache Angriffsleistung des gestrigen Spiels ist alleine die Tatsache, dass man keinen einzigen Wurf von den Außenpositionen aufs Tor bringen konnte. Und das nicht, weil die Außenspielerinnen allesamt einen rabenschwarzen Tag gehabt hätten, nein, vielmehr gelang es der Mannschaft nicht, ihre Außenspieler auch nur ein einziges Mal in eine halbwegs freie Wurfposition zu spielen, sicherlich auch der starken Abwehrleistung des TSV Heiningen geschuldet.

Trainer Andy Spiegel „Wir brauchen dringend Lösungen im Angriff. Die reine Abwehrleistung ist nicht zu kritisieren. Wir bestrafen uns immer und immer wieder durch viel zu einfache, individuelle Fehler im Angriff. Alleine die hohe Anzahl von 9 Gegentoren aus der ersten und zweiten Welle heute spricht Bände. Man kann hier gegen einen starken Gegner verlieren, unbestritten. Die individuelle Klasse von Heiningen haben wir im Moment einfach nicht. Aber ein Ergebnis mit 5-6 Toren Differenz  hätte es auch getan. Mit 12 Toren Unterschied ist es leider zum wiederholten Mal diese Saison auch ein Klassenunterschied. So ehrlich muss man sein“.

Nächsten Samstag kommt zum Jahresabschluss die HSG St. Leon/Reilingen zum Rückspiel an den Riesenberg. Hier gilt es für die Allensbacher Mädels, sich mit Anstand vom eigenen Publikum in die Weihnachtspause zu verabschieden und zu versuchen das Hinspiel Mitte September (36:20) vergessen zu machen.

Es spielten: Elisa Singler, Corinna Spiegel; Madita Holzmann, Jana Koch (2), Katja Allgaier (4), Jennifer Heinstadt (2). Ronja Holzmann (1), Jule Wollny, Chiara Schmal (1), Johanna Leenen, Kimberly Gisa, Lucy Dzialoszynski, Jasmin Moll, Laura Epple (7/6).