Die Seeadler nehmen bei der SG SS zwei Punkte mit.

SG Schenkenzell-Schiltach – SG Allensbach/Dettingen 29:30 (16:15)

Beim selbsternannten Favoriten der Partie gewinnt die SG Allensbach/Dettingen-Wallhausen obwohl man fünf Minuten vor Schluss noch mit vier Toren hinten liegt in letzter Sekunde – Handball kann grausam sein oder einfach wunderschön.

Zu Beginn kommt der Motor der Gäste vom See nicht richtig ins Laufen. Im Angriff wird nicht gleich das richtige Mittel gefunden; so verpuffen die Abschlüsse im Nichts und auf der anderen Seite sind die Hausherren sehr motiviert ihre Chance zu nutzen, spielen ihre Angriffe sicher aus und gehen mit zwei Toren in Führung. In der Folge ist Allensbach bemühter und kommt zu besseren Abschlüssen. Dass man am See guten Handball spielt, zeigt zuerst Christian Mauz mit einem schönen Heber von außen nach einem weiteren Tor der Hausherren dann auch Jonas Deggelmann ebenfalls mit einem technisch hervorragenden Heber, dieses Mal aber vom Kreis(4:4). Es entwickelte sich eine gute Partie mit leichtem Übergewicht auf der Seite der Heimmannschaft. Als in der 15. Minute die Gastgeber mit drei Toren in Führung gehen, reagiert die Allensbacher Bank mit der Hereinnahme von König, der direkt frischen Wind ins Spiel bringt, genau richtig. Ledig im Tor hält zunächst einen Siebenmeter und mit drei Toren bringt König die Gast-SG wieder heran Die letzte Lücke im Ergebnis schließt Markus Allgaier mit einem stark verwandelten Siebenmeter. Bis zur Pause bleiben die Gäste an den Hausherren dran – zunächst durch König anschließend durch vier Dzialoszynski-Treffer in Folge. Eben dieser Dzialoszynski setzt auch mit einem krachenden Kempa nach mustergültigem Anspiel von Benjamin Armbrüster den Schlussstrich unter die erste Hälfte. (16:15, Halbzeit)

Aus der Kabine kamen die Allensbach/Dettinger hochmotiviert und energiegeladen. Zwar blieb es weiterhin beim leichten Vorsprung der SG SS aber man schaffte es dran zu bleiben. Vor allem Markus Allgaier, der sieben seiner sieben Siebenmeter im Tor unterbrachte trug die Seeadler nun bis hin zum 23:23 in der 46. Minute. Diese Minute brachte einen Knackpunkt ins Allensbacher Spiel. Die Heimmannschaft erhöhte den Druck und Allensbach agierte in einigen Szenen unglücklich. Drei Tore der Hausherren hintereinander drohten das Spiel in Richtung Heimsieg kippen zu lassen und als die Schenkenzeller dann noch eine Auszeit nahmen und danach weitere zwei Tore in Folge erzielten, sah es fünf Minuten vor Schluss gar nicht mehr so rosig für die Seeadler aus.(28:24) Die Allensbacher wechselten den Torwart um sich mit einem neuen Impuls noch einmal gegen die Niederlage zu stemmen, aber die Maßnahme reichte nicht aus und die Gäste nahmen nun ihrerseits eine Auszeit. Der Trainerstab entschied sich mit kleinen Systemumstellungen den Gegner aus dem Rhythmus zu bringen und siehe da es zeigte Wirkung. Die Heim-SG war nach der Umstellung in der Auszeit so verwirrt, dass sie ihre Spielzüge zu fahrig Abschloss. Im Tor der Allensbach/Dettinger hielt Amann nun alles, was auf das Tor kam und vorne netzten die Seeadler ihre Angriffe einen nach dem anderen ein. Bevor die Hausherren wussten wie Ihnen geschah, die Männer vom Bodensee den Ausgleich erzielt. (29:29, 59.Minute) Beim letzten Angriff der Schwarzwälder verteidigte Allensbach mit Mann und Maus und hatte endlich einmal wieder das Glück auf seiner Seite. Zwar gab es noch eine Hinausstellung kurz vor Schluss, aber das tat dem Allensbacher Spiel keinen Abbruch. Der letzte Angriff der Hausherren wurde verworfen und die Seeadler setzten nun alles auf eine Karte. Mit ruhigem und solidem Spielaufbau spielten die Allensbacher die Zeit von der Uhr und Alexander Hänsel frei, der sich den letzten Wurf nahm und die Gäste in Führung warf. In den letzten sechs Sekunden schafften es der Favorit nicht mehr in die Nähe des Tores zu kommen und so gewann die SG Allensbach/Dettingen-Wallhausen ihr Auswärtsspiel bei der SG SS mit 29:30.

Bericht: Markus Cronenberg

Für die SG: Amann, Ledig (Tor); Allgeier 8/7, Mauz 1, König 6, Hammel, Deggelmann 2, Dzialoszynski 7, Armbrüster B., Armbrüster F., Karrer, Hänsel A. 6.

Bilder: Dzialoszynski