SVA II im Gespräch mit Domenico Cauglia

Hallo Domes,

schön, dass es mit dem Interviewtermin so kurzfristig geklappt hat.

Zunächst mal würde ich gerne wissen, wo Du in der Vergangenheit gespielt hast. Rainer hat ja davon berichtet, dass Du im schwäbischen aktiv warst….  

Ja, es ist richtig, ich komme aus dem schwäbischen, dem Kreis Göppingen. Aufgewachsen bin ich in Süßen, also zwischen Stuttgart und Ulm, oder auch der Heimat von Märklin und WMF. Logisch, dass ich dann auch zuerst in Süßen gespielt habe, bekannt vor allem durch den Feldhandball. Später bin ich dann nach  Donzdorf gewechselt.

Zur TG?

Ja genau, es scheint, als ob man hier diesen Verein kennt.

Na ja, ich bin gebürtiger Schwabe!

Ja, das habe ich schon herausgehört! Ich bin Lizenzschwabe. Mein Papa war Italiener, aber ich selbst bin „Made in Germany“. Ja und so ergab es sich, dass ich in Donzdorf einen nicht unerheblichen Teil meiner sportlichen Karriere verbracht habe. 1992 bin ich dann nach dem Studium  der Liebe wegen an den Bodensee gewechselt. Hier angekommen war das erste was ich getan habe, die Suche nach einem Handballverein.

Ja klar, wenn man mit dem Handball groß geworden ist, dann will man das nicht missen. 🙂

(Lacht) ja, später  war ich dann mal zu einem Praktikum in Frankreich und, das erste was ich dort gesucht habe, war ein Handballverein, mit dem Erfolg, dass ich die Französische Sprache gelernt habe.  🙂

Was waren für Dich die Highlights? Hattest  Du bei der TG Donzdorf einen guten TW Trainer und konntest Du einige Übungen für Deine jetzigen Aufgaben mitnehmen?

(Überlegt kurz)                               dann… ja, ich habe einige TW Trainer gehabt und ihre Vorgehensweise kennengelernt. Bei Donzdorf war das der Erwin Blum. Und da hatte auch der Andy  Fuss gespielt, der zuvor Trainer  von Heiningen war. Dabei habe ich schon gesehen, aus welcher Schule die Mädels kommen. 🙂

Gut, dann natürlich auch an Dich die Frage nach dem aktuellen Stand der Dinge beim SVA. Du bist ja wie Ela seit Juli in Amt und Würden, hast also Deine Torfrauen schon ein wenig näher kennengelernt. Wie ist Dein erster Eindruck?

Ich bin begeistert! ….   Erstens, es sind tolle Mädels, tolle Typen, unterschiedlicher wie sie unterschiedlicher nicht sein können. Es macht unheimlich Spaß mit den Mädels zu arbeiten. Sie nehmen die Aufgaben an wie ein Schwamm, will heißen, man muss nicht groß Überzeugungsarbeit leisten. Die probieren das aus und adaptieren es dann auf ihr Spiel. Allerdings kann man ihnen keine Spielweise aufoktroyieren , weil sie eben ganz verschiedene Typen sind. Die Co, die etwas ruhigere, aber dafür größer gewachsene, Elisa bekanntermaßen etwas kleiner, aber die kann man ja leider nicht wachsen lassen (sagt es mit einem Augenzwinkern). Vlado Stenzel hat einmal gesagt, lieber nehme ich ne größere Spielerin und mach die beweglicher. Jedenfalls sind es charakterlich liebe, nette Mädels. Es macht richtig Spaß mit ihnen. Das hat man auch heute im Spiel gesehen (Spiel gegen Heiningen). Elisa z. B. hat es akzeptiert, dass sie für dieses Spiel herausgenommen wurde zum Wohl der Mannschaft.

Woran, glaubst Du, müsst Ihr am meisten arbeiten? Im Taktischen, Konditionellen, in der Reaktionsschnelligkeit, oder z.B. in der Beweglichkeit,  der schnellen Wahrnehmung und Reaktion auf die jeweilige Situation? (Beispiel: erkennen Tempogegenstoss) Motivation – Einstellung zum Spiel?

(überlegt kurz) dann… ich möchte das mal anders herum sagen. Wir fragen die Coaches vorab, was sie im Training vorhaben. Daraus leiten wir dann unser Programm für die Torhüter ab. D.h. Ela und ich, wir sehen uns als Zuarbeiter für die Coaches, will heißen, wir müssen natürlich individuell auf sie eingehen. Was uns aber sehr am Herzen liegt, ist der mentale bzw. der psychologische Bereich. Wenn es dann mal schlecht läuft, dann läuft es halt mal schlecht, dann wirft man nicht die Flinte ins Korn, sondern hat einen Kollegen, der für einen einsteht und den Mannschaftsgedanken in den Vordergrund stellt. Man lernt auch als Torhüter, dass man sich zurücknimmt wenn es der mannschaftlichen Geschlossenheit dient. Aber zu Deiner Frage, wir arbeiten natürlich an allen Themen, sprich z.B. Beweglichkeit, Reaktion, also an allen Punkten die Du aufgeführt hast. Das bedeutet auch, dass man individuell mit den Torhüterinnen an den Verbesserungswürdigen Themen arbeitet.

Das kann dann aber eine längere Prozedur werden, denn wenn das schon mit einem Training erledigt wäre, dann wäre das ja ein Weltwunder….

(Lacht) Ja, da hilft es nicht ein paar „Zettele“ herauszugeben, das ist ein langwieriger Prozess! Wir haben im Training ja auch nur 20-30 Minuten Zeit um individuelle Trainings zu machen. Den Rest machen wir dann, wenn sich die Mannschaft zum Beispiel warmläuft oder während Trainingsspielen. Dazu stehen wir auch hinter den Toren um den Hütern entsprechende Ansagen zu geben.

Könntest Du Dir vorstellen, dass Du sagst, Du hättest gerne ein paar mehr Minuten zur Verfügung für deine Mädels?

(sagt es mit fester Stimme)       Ja!          Das habe ich auch schon zum Rainer gesagt. Das schöne ist, unsere Coaches lassen uns auch freie Hand was die Entscheidung anbelangt…

D.h. ihr zwei (Ela und Du) stellt dann den Torwart für das Spiel auf?

Wir haben es heute so gemacht (Spiel Heiningen). Unser Ziel ist aber, dass sich die Mädels selbständig einschätzen lernen. Das heißt, dass sie von sich aus sagen, heute geht es mir nicht so gut, oder, komm, ich fang heute mal an, ich probier mal wie es läuft, aber dann selbständig wechseln, wenn es mal nicht so läuft. Das ist das langfristige Ziel. Da arbeiten wir darauf hin. Ich bin überzeugt, dass wir das hinbekommen!

Als TW Trainer hat man ja durchaus eine große Verantwortung nicht nur für die Torhüter, sondern auch für das Zusammenspiel  Abwehrspieler und Torhüter. Wie, glaubst Du, bekommt ihr das in den Griff?

(antwortet wie aus der Pistole geschossen)     Training, Training, Training. Wiederholung, Wiederholung, Wiederholung, natürlich  in Zusammenarbeit mit  allen Spielerinnen. Das bedeutet auch im Training üben, üben, üben – und dass das klappt, hat man im heutigen Spiel gesehen. Vor allem auch das füreinander einstehen, das war heute auch zu sehen. Ich habe heute kein einziges Mal gesehen, dass die Spielerinnen ihre Torhüterinnen im Stich gelassen haben.

Gut, dann wünschen wir Dir und Deiner Trainerkollegin natürlich viel Erfolg bei der Bewältigung Eurer Aufgaben!