Südkurier: SV Allensbach punktet gegen HC Leipzig

Handball, weibliche A-Jugend-Bundesliga: SV Allensbach – HC Leipzig 20:20 (10:12)

Als die Allensbacher Torhüterin Sophie Leenen den letzten Wurf des HC Leipzig pariert und Sekunden später die Schlusssirene ertönt, gibt es kein Halten mehr bei der A-Jugend vom Bodensee. Die Gastgeberinnen sind stolz, glücklich – und sie können kaum glauben, was sie da gerade geschafft haben. Der Außenseiter hat dem großen Favoriten beim 20:20 (10:12) einen Punkt abgetrotzt und nach einer großartigen kämpferischen Leistung vor allem nach der Pause allen Grund zum Feiern. „Super. Der Hammer. Ich bin stolz auf die Mädels“, sagt Trainerin Sonja Pannach.

Die Gäste aus Sachsen, die mit fünf Nachwuchs-Nationalspielerinnen an den Riesenberg gekommen sind, führen schnell mit drei Toren, ehe dem SVA nach vier Minuten der erste Treffer gelingt. Vor 180 Zuschauern überwiegt beim Team von Pannach und Claus Ammann anfangs noch die Nervosität. Nach dem Anschluss zum 3:4 (10.) lassen die Allensbacherinnen zum Teil beste Torchancen aus, während die körperlich überlegenen Leipzigerinnen jeden Fehler bestrafen und auf 3:9 davonziehen. „Dass vorne nicht alles hundertprozentig klappt, ist normal“, sagt Ammann, der mit Pannach auf einige Änderungen setzt.

Die taktischen Umstellungen in der folgenden Auszeit fruchten. Blieben die Gastgeberinnen 20 Minuten lang bei drei Toren, so fallen die nächsten drei – allesamt erzielt von Hannah Person – binnen 64 Sekunden (6:9). „Wir wollten mehr auf die erste und zweite Welle setzen“, sagt Pannach über das Erfolgsrezept Tempo gegen die Leipzigerinnen, die bis auf eine Ausnahme allesamt auch in der 3. Liga der Frauen auflaufen. Allensbach agiert in der Abwehr jetzt offensiver und arbeitet sich ins Spiel zurück. Zur Pause ist die Partie wieder völlig offen, und bei einer etwas besseren Chancenverwertung läge der SVA nicht mit 10:12 zurück. „Wir haben uns gegen eine Top-Mannschaft unheimlich toll präsentiert und sind dann auch nicht mehr eingebrochen“, sagt Trainerin Sonja Pannach.

Im zweiten Abschnitt sieht ihr Kollege auf der SVA-Bank gar eine „sensationelle Abwehrleistung“, wie Claus Ammann es ausdrückt. Die Gastgeberinnen kämpfen leidenschaftlich und lassen sich einfach nicht abschütteln. Je länger das Spiel auf Messers Schneide steht, desto mehr Fehler machen die Leipziger Talente aus dem Internat des früheren Bundesligisten. Vergaben die Allensbacherinnen zweimal in Überzahl den möglichen Ausgleich, so sorgt das 16:16 von Katja Allgaier in der 46. Minute für Hochstimmung in der Halle.

In Führung geht der SV Allensbach zwar im gesamten Spiel nicht einmal, doch nach einer grandiosen Aufholjagd mit sechs Minuten ohne Gegentreffer von 17:20 bis zum 20:20-Endstand liegen sich die Allensbacherinnen in den Armen wie nach einem Heimsieg.

SV Allensbach: Di Prima, Leenen (Tor); Hautmann (1), Person (3), Allgaier (2), Heinstadt, Koch, Scharff, Schmal (5), Lohmüller (2/1), Schwarz (2), von Kampen (3/1), Espinosa (1), Bickel (1), Lauth. – Z: 180.

Quelle: https://www.suedkurier.de/sport/regionalsport/regionalsport-bodenseewest/SV-Allensbach-punktet-gegen-HC-Leipzig;art2783,9604404