Verloren und trotzdem gewonnen!

JSG Neckar Kocher – SV Allensbach A-Jugend Bundesliga 20:19 (12:7)

Es wurde das erwartet schwere Spiel gegen die JSG Neckar/Kocher. Der Bundesliga-Nachwuchs aus Neckarsulm um Trainer Tobias Gärttner und Trainerin Annamaria Ilyes klammerte sich an den letzten Strohhalm, um nicht bereits nach der Vorrunde aus der diesjährigen Jugendbundesliga auszuscheiden. Die Mannschaft aus Neckarsulm musste beide Spiele am Wochenende gewinnen, um überhaupt noch eine Chance auf den Einzug in die Zwischenrunde der besten 16 Mannschaften bundesweit zu haben.

Das war der Mannschaft des SVA unter Trainerin Sonja Pannach und Trainer Claus Amman bewusst. Dennoch kamen die Mädels um Julia von Kampen und Jenny Heinstadt nur sehr schwer ins Spiel. Spätestens nach dem 9:2 für die Gastgeberinnen war allen auf Seiten des SVA klar, dass es heute nur mit Biegen und Brechen gehen würde. Die zahlreich mitgereisten Allensbacher Fans trommelten und klatschten was das Zeug hielt und versuchten die Mädels immer wieder auf’s neue nach vorne zu peitschen. Aber irgendwie hatten die Allensbacher ungewohnte Schwierigkeiten in der Abwehr und mussten immer wieder zu einfache Tore nach Übergängen an den Kreis hinnehmen. Erst nach einer taktischen und personellen Korrektur durch die Trainer beim Spielstand von 11:4 fingen sich die Mädels und konnten bis zur Halbzeit noch auf 12:7 verkürzen. Damit fehlten aber immer noch vier Tore, um das Polster aus dem Hinspiel von zwei Toren auf Neckar/Kocher zu verteidigen.

Nach den Halbzeit kam der SVA deutlich besser ins Spiel und mit Caterina Schwarz auf der Rückraummitte Position auch ein wenig Ruhe ins Spiel. Die Abwehr stand nun wesentlich stabiler und der JSG Neckar / Kocher fiel, bis auf im Sand verlaufenden Einzelaktionen ihrer Spielerin Trixi Hanak, nicht mehr wirklich fiel ein. So leuchtete in 52. Minute ein 18:16 von der Anzeigetafel. Immer häufiger wurde nun seitens der sehr schwachen und mit dem Spiel heillos überforderten Schiedsrichterrinnen aus Alt-Erding endlich auch mal Zeitspiel angezeigt, aber leider, wie so vieles andere an dem Nachmittag auch, nicht konsequent geahndet. Die Spitze des Unvermögens bewiesen die beiden Unparteiischen dann, als sie, nach einem überharten und völlig unnötigen Foul gegen Hannah Person in der Luft, vor heimischer Kulisse und 170 Zuschauern aus Neckar/Kocher nicht den Mut hatten, die einzig richtige Entscheidung zu treffen und die Spielerin der JSG mit „Rot“ vom  Platz zu schicken. Das hatten  alle in der Halle so gesehen, auch die sehr fairen und sportlichen Fans der heimischen Mannschaft, nur die beiden Damen in schwarz nicht. Konsequenz daraus ist leider eine Verletzung von Hannah am rechten Knie, die sie sicherlich in eine Pause zwingen wird. Ein bitterer Wermutstropfen am gestrigen Nachmittag.

Das Spiel wogte die letzten acht Minuten hin und her und keine der beiden Mannschaften gelang es noch Akzente zu setzen. Kim Espinosa war es dann vorbehalten in der 57. Minute mit dem Tor zum 20:19 den Endstand herzustellen. Der verworfene Siebenmeter von Julia von Kampen in der 59. Minute hätte den Ausgleich bringen können und die Enttäuschung darüber stand insbesondere ihr, aber auch der gesamten Mannschaft in den Gesichtern geschrieben. Beim Schlusspfiff herrschte auf Seiten der Spielerinnen zunächst Frust vor, den aber Trainerin Sonja Pannach kurz danach auflösen konnte. Aufgrund des um ein Tor besseren direkten Vergleichs ist Platz 2 in der Gruppe 6 sicher und damit der Einzug in die Zwischenrunde unter den 16 besten Mannschaften Deutschlands. Der anschließende Jubel unter den Spielerinnen und Fans war riesig, schafft der SVA es doch direkt im ersten Jahr der Teilnahme an der Jugendbundesliga unter die besten 16 Mannschaften.

Trainerin Sonja Pannach „Das war heute wahrlich kein handballerischer Leckerbisssen für die Zuschauer. Wir produzieren viel zu viele technische Fehler und spielen unsere Stärke, das Spiel über die 1. und 2. Welle heute überhaupt nicht aus. Dazu kam, dass sich einige unserer Mädels von der doch recht harten Gangart einiger Spielerinnen der JSG haben beeindrucken lassen.  Das hätten die Schiedsrichterinnen viel früher unterbinden müssen. Es ist immerhin, auch in der Bundesliga, noch ein Jugendspiel. Die Verletzung von Hannah ist bitter. So geht man eine Spielerin in der Luft einfach nicht an. Es tut mir leid für sie, dass sie nun zunächst mal ihre Verletzung auskurieren muss und damit auch unserer Frauen I vorläufig nicht zur Verfügung stehen wird“.

Für den SVA geht die Zwischenrunde nach dem Jahreswechsel weiter. Die 16 Mannschaften werden nun in vier Gruppen zu je vier Mannschaften zusammengelegt, die – in Abhängigkeit der Vorrundenplatzierung – bereits feststehen. Je nachdem wie der SVA am Ende in Gruppe 6 abschneidet, das letzte Spiel der Gruppe bestritten erst am Sonntag die JSG Neckar/Kocher und die FSG Mainz/Budenheim, geht es dann weiter. Aller Voraussicht nach landet der SVA auf Platz 2 der Gruppe 6 und bekommt es dann in der Zwischenrunde mit Dortmund, Schwerin und Leipzig zu tun. Sprich es stehen sehr weite Reisen auf dem Plan der Nachwuchsmannschaft des SVA.

Es spielten:

Zoe Ludwig, Sophie Leenen (Tor)

Hannah Person (2), Katja Allgaier (1), Jenny Heinstadt, Jana Koch, Gina Wöhr, Julia Scharff, Chiara Schmal (1), Janine Lauth, Alissa Lohmüller (2), Caterina Schwarz (3/1), Julia von Kampen (4), Kim Espinosa (6/1)

Der nächste Spieltag ist am Wochenende 20./21.01.2018